![]()
Tauchmotorrührwerke: Wilo-Fachtagung in Hamburg
Effizienzsteigerung in der kommunalen Abwasserreinigung
Hamburg / Dortmund. Innovative Technologien und Lösungen für Belebungsbecken standen im Mittelpunkt einer Fachtagung des Dortmunder Pumpenspezialisten WILO SE Anfang Mai 2009 in Hamburg. Das Tochterunternehmen Wilo EMU GmbH produziert am Standort Hof unter anderem Lösungen für die kommunale Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Themenschwerpunkte der Veranstaltung bildeten Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen durch die optimierte Auslegung von Belebungsbecken. Vor allem die Belüftungs- und Rührwerkstechnik entscheidet dabei über die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems Belebungsbecken. Der Veranstalter Wilo informierte vor diesem Hintergrund über die neueste, besonders energieeffiziente Generation bei Tauchmotorrührwerken.
Rund 50 Planer, Ingenieure und Betreiber von Kläranlagen informierten sich im historischen Ambiente der Hamburger Kaffeebörse über die Planung von Belebungstechnologien in der kommunalen Abwasseraufbereitung und die Ermittlung ihrer Lebenszykluskosten. Mario Hübner (Wilo EMU GmbH) erläuterte beispielsweise, wie sich diese durch Verwendung von Rührwerken und Abwassertauchmotorpumpen der neuesten Generation optimieren lassen. Als weitere Referenten hatte Wilo führende Experten aus Wirtschaft und Forschung gewinnen können.
Speziell für die Abwasserentsorgung bedeute dies, dass man zum einen die Eigenenergieerzeugung forciere, zum anderen den Energieverbrauch weiter senken werde, führte Beckereit weiter aus. Durch die Abwärmenutzung beim anfallenden Klärschlamm und die Stromerzeugung aus Faulgas könne der städtische Klärwerksverbund bereits heute 60 % seines jährlichen Strombedarfs und 100 % seines jährlichen Wärmebedarfs selber erzeugen. Um den Energiebedarf der Abwasserreinigung zu senken, werde man in Kürze die Belebungsbecken-Technik von Kreiselbelüftung auf Druckbelüftung umrüsten. Diese Art der Belüftung sei wesentlich effizienter in Hinblick auf Energieverbrauch und Reinigungsleistung als die Oberflächenbelüftung. So erwarte man eine Stromeinsparung von rund 18.000 MWh pro Jahr. Das entspreche einer jährlichen CO2-Reduktion von etwa 11.000 Tonnen, schloss Beckereit.
Wenn Belebungsbecken-Technik in der Praxis ineffizient und unwirtschaftlich arbeite, liege dies in der Regel daran, dass die einzelnen Komponenten unzureichend aufeinander abgestimmt sind. So sei die Effizienz von Rührwerken und Belüftern maßgeblich von den durch sie bewirkten Strömungsverhältnissen und der daraus resultierenden Reinigungsleistung abhängig. In Belebungsbecken gelte es Toträume, Kurzschlussströmungen und Ablagerungen zu vermeiden. In diesem Zusammenhang zeigte Frey anhand von Kennwerten, Mindestströmungsgeschwindigkeit und Schubkraft das geeignete Vorgehen bei der Auswahl der optimalen Rührwerkstechnik auf. Für die richtige Positionierung des Rührwerks innerhalb des Beckens seien Durchmesser, Drehzahl und Konstruktionseigenschaften maßgeblich.
Ursächlich für verfahrenstechnisch problematische Strömungsverhältnisse in Belebungsbecken sei meist eine ungünstige Positionierung der einzelnen technischen Komponenten zueinander, erläuterte sie. Mit der Software könnten hingegen Strömungsverhältnisse schon in der Planungsphase erheblich genauer berechnet und somit optimiert werden. Das Computermodell berücksichtige neben der Beckengeometrie, alle technischen Komponenten sowie alle relevanten Betriebsparameter. Wie die Modellierung umzusetzen sei, zeigte Hunze einerseits am Beispiel von Rührwerken und andererseits an Hand von Beckenuntersuchungen. „Die Simulation hilft dabei, die Transparenz der Systeme zu erhöhen und im Vorfeld verfahrenstechnische Probleme zu erkennen“, fasste die Referentin den Nutzen der Software zusammen. Der besondere Vorteil bestehe darin, bereits in der Planungsphase Energiesparpotenziale durch eine Optimierung von Auslegung und/oder Betrieb aufzeigen und so Amortisationszeiten besser prognostizieren zu können.
Für beste Ergebnisse in der Abwasserreinigung sorge neben der richtigen Positionierung und einer qualitativ hochwertigen Ausführung aller technischen Komponenten eine gezielte und auf den jeweiligen Einsatzfall abgestimmte Auslegung. Damit Rührwerke und Pumpen optimal auf die individuellen Anforderungen in der Abwasserreinigung abgestimmt werden können, empfehle sich vor diesem Hintergrund ein modularer Aufbau. Hierdurch seien z. B. die Rezirkulationspumpen von Wilo, die in der kommunalen Abwasserreinigung hauptsächlich für die Rückführung definierter Teilmengen in die vorgeschalteten Reinigungsstufen zum Einsatz kommen, bedarfsgerecht konfigurierbar. Bei Abwassertauchmotorpumpen sei hingegen vor allem die optimale Auswahl des Laufrades wichtig und trage entscheidend zur Lebensdauer des Aggregats bei, erklärte Hübner.
Weitere Optionen für eine Verbesserung von Standzeiten und Effizienz zeigte Hübner in Form von Spezialbeschichtungen und dem Einsatz von Frequenzumformern auf: „Durch Verwendung der hochwertigen Zwei-Komponenten-Beschichtung ‚Wilo Ceram’ können Rührwerke, Pumpen- und Anlagenteile wirkungsvoll vor Korrosion und Abrasion geschützt werden“, so der Experte. In der Klärwerkstechnik empfehle sich die Anwendung besonders dann, wenn dem Abwasser Fällmittel zur Phosphatelimination zugesetzt werden. Mit „Wilo Ceram“ reduzierten sich die Kosten für Wartung und Reparatur. Die beschichteten Teile wiesen zudem eine geringere Oberflächenrauhigkeit auf, wodurch sich der hydromechanische Wirkungsgrad erhöhe. „Darüber hinaus wird der flächendeckende Einsatz von Frequenzumformern eine stufenlose Anpassung von Rührwerken an die veränderbaren Beckenparameter ermöglichen“, prognostizierte Hübner. „Unter dem Strich ergibt sich auf diese Weise über den gesamten Lebenszyklus eine nochmals verbesserte Gesamtwirtschaftlichkeit sowie eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen.“
Die Veranstaltung „Innovative Technologien und Lösungen für Belebungsbecken“ bildete den Auftakt zu einer Reihe von drei inhaltsgleichen Fachtagungen zur Klärwerkstechnik. Die beiden anderen werden am 18. Juni 2009 am Wilo EMU-Standort Hof und am 27. Oktober 2009 in Bottrop stattfinden. Download
Nortkirchenstraße 100 44263 Dortmund T 0231 4102-0 F 0231 4102-7575 wilo@wilo.com
Kontakt:
Presseinformationen für das Segment Building Services Anne Frentrup
WILO SE F 0231 4102-7558 |
||||||||||||||||||||||||||||||