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Hocheffizienzpumpen einwechseln und sparen
Optimierung der Gebäudetechnik im Signal Iduna Park
Dortmund. Von einem „glücklichen Händchen“ spricht man, wenn der Fußballtrainer durch eine Einwechslung die Effizienz seiner Mannschaft zählbar steigern kann. Durch eine geschickte Wechselstrategie lassen sich aber nicht nur auf dem grünen Rasen, sondern auch in der Gebäudetechnik eines Fußballstadions gute Ergebnisse erzielen. Das beweist zurzeit Stefan Kopetzky, Technischer Betriebsleiter im Signal Iduna Park, der sportlichen Heimat des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Er hat vor einiger Zeit damit begonnen, gemeinsam mit dem in Dortmund beheimateten Pumpenspezialisten WILO SE die Pumpenausstattung des mit 80.552 Plätzen größten deutschen Fußballstadions auf Hocheffizienz zu trimmen. Aktuell wurden jetzt die in der Nordtribüne gelegenen Unterzentralen der Heizungsanlage mit Hocheffizienzpumpen vom Typ „Wilo-Stratos“ ausgestattet.
Statt auf dem Torkonto des sechsfachen Deutschen Meisters und Weltpokalsiegers von 1997 macht sich diese Maßnahme zwar „nur“ auf dem Stromzähler bemerkbar, die Resultate sind gleichwohl beachtlich. So wies allein eine ungeregelte Doppelpumpe einen Stromverbrauch von rund 8.000 kWh im Jahr auf. Durch einen vorfristigen Austausch gegen eine Hocheffizienzpumpe „Wilo-Stratos D 80/1-12“ lässt sich – so die erste Schätzung – der Verbrauch auf unter 3.500 kWh/a senken. Deutlich höhere prozentuale Einsparpotenziale wurden sogar in einer Unterverteilung für die Sanitätsstation, das Büro des Sicherheitsdienstes und das Zuschauer-WC der Nordtribüne ermittelt. Hier werden nach dem jetzt erfolgten Austausch der Altpumpen gegen weitere Hocheffizienzpumpen der Baureihe „Wilo-Stratos“ Einsparungen zwischen 70 und 85 % erwartet. Zusammen mit einer weiteren Pumpe dieser Baureihe, die in einer zweiten Unterverteilung zum Einsatz kommt, werden sich in der Wärmeverteilung für die Nordtribüne Stromkosteneinsparungen von rund 1.700 Euro im Jahr ergeben. Die Investitionskosten für die neuen „Wilo-Stratos“-Hocheffizienzpumpen amortisieren sich so nach etwa fünf Jahren.
Dass sich die Investition in hocheffiziente Pumpentechnik in dem mehrfach erweiterten und zuletzt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 modernisierten Stadion ähnlich schnell rechnet wie in anderen Nutzimmobilien, erklärt der Pumpenspezialist Wilo mit der intensiven Nutzung, die weit über die Heimspiele der Dortmunder Borussia hinausgeht: „Büros, Konferenz- und Veranstaltungsräume sowie Gastronomiebereiche in den Tribünen werden regelmäßig genutzt, so dass die Heizungsanlage dort durchgängig in Betrieb ist“, erläutert Wilo-Vertriebsmitarbeiter Volker Brehm. Insgesamt kommt jede der fast 50 Heizungspumpen in den Unterzentralen und -verteilungen des Stadions auf rund 5.100 bis 5.500 Betriebsstunden. „Mit einem durchgängigen Austausch der vielfach noch vorhandenen ungeregelten Altpumpen gegen Wilo-Hocheffizienzpumpen ließen sich Stromeinsparungen von über 36.000 Kilowattstunden im Jahr realisieren, das entspricht einer Stromkostensenkung von rund 7.000 Euro“, so Volker Brehm.
Die Wärmeerzeugung für die Tribünenbereiche, aber auch für die Rasenheizung des Signal Iduna Parks erfolgt in einer großzügig dimensionierten Heizzentrale unterhalb der Südtribüne. Herzstück sind drei Erdgaskessel, die so ausgelegt sind, dass ein Heimspiel auch bei klirrender winterlicher Kälte reibungslos durchgeführt werden kann. Die Heizzentrale wird von den Dortmunder Stadtwerken betrieben, ein Contractingvertrag mit dem Stadionbetreiber regelt die Wärmelieferung. Jede Kesseleinheit leistet 1.600 Kilowatt, wobei jeweils zwei in Betrieb sind und eine als Reserve dient. Die Wärmeeinspeisung erfolgt aus hydraulischen Gründen mit Festdrehzahl, zum Einsatz kommen vier Trockenläuferpumpen „Wilo-CronoLine-IL“. Für die Rasenheizung wurde zudem eine eigene Unterstation mit eigenem Heizkreis und Wärmetauscher eingerichtet, um nicht im Falle von Wasserverlusten der groß dimensionierten Flächenheizung die Systemhydraulik der übrigen Heizung zu gefährden. Der Plattenwärmetauscher hat eine Leistung von 1.300 KW, die Rasenheizung wird bei winterlichen Platzverhältnissen 24 Stunden vor einem Spiel aktiviert.
Neben den Heizungspumpen stammen auch die Druckerhöhungsanlagen von Wilo. Da es bei Veranstaltungen außerhalb der Nutzungszeiten für Fußballspiele wichtig ist, Geräuschbelästigungen durch die Gebäudetechnik zu vermeiden, kommen hier Systeme auf Basis von Nassläuferpumpen zum Einsatz. Die Hochdruck-Kreiselpumpen „Wilo-Multivert MVIS“ arbeiten erheblich geräusch- und vibrationsärmer als Trockenläuferpumpen vergleichbarer hydraulischer Leistung. So verursacht eine Pumpe dieser Baureihe bei voller Leistung einen Geräuschpegel von 40 dB(A) – etwas mehr als das sanfte Blätterrauschen eines Baums. Sie ist damit bis zu 20 dB(A) leiser als vergleichbare Pumpen in Trockenläuferbauweise. Im Dortmunder Stadion kommen mehrere mit je vier „Wilo-Multivert MVIS“ ausgestattete Druckerhöhungsanlagen zum Einsatz. Um während der Spiele im voll besetzten Stadion den stark wechselnden Leistungsanforderungen mit Spitzenlasten vor und nach Spielen sowie während der Halbzeitpausen gerecht zu werden, ist jeweils eine Pumpe als Grundlastpumpe in Betrieb, während die drei anderen Pumpen je nach Last zugeschaltet werden (Kaskadenregelung). Der maximale Durchfluss beträgt dabei z.B. in der Nordtribüne 20 m3/h.
Die Gebäudetechnik in dem zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 errichteten „Fußball-Tempel“ ist – wie auch das Stadion selbst – historisch gewachsen. Entsprechend wurde auch die Pumpenausstattung im Laufe der vergangenen 35 Jahre stetig an die gewachsenen Anforderungen angepasst. Aktuell steht die Optimierung der Energieeffizienz im Vordergrund – mit Hocheffizienzpumpen in der Wärmeverteilung können die Betreiber in den aktuellen Modernisierungsschritten erhebliche Stromkosteneinsparungen realisieren. Download
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